Die Geschichte der Wahrsagerei geht bis in die Zeit der Antike zurück. Schon in den Hochkulturen des alten Orients (Mitte 3. Jahrtausends. v.Chr.) beauftragten große Herrscher die Wahrsager um zu fragen, ob die Götter, während des Krieges auf ihrer Seite standen. Im alten China versuchte man den Blick in die Zukunft mit winzigen Holztafeln, ein Vorgänger zu den späteren klassischen Spielkarten.
In Europa brachte das bunte fahrende Volk das Kartenlegen Mitte des 18.Jh . in Mode. Bis dahin hatte man den Blick in die Zukunft noch mit tierischen Eingeweiden, dem schwarzen Huhn, den Blick zu den Sternen, den Wettereignissen und dem Kaffeesatz , versucht. Die Befragung des Schicksals mit Karten brachte einen anderen Chick und eine Elegance in die Szene, die sich bis heute durchgesetzt hat.
Obwohl die Herrscher, das Wahrsagen für den Verlauf der Politik nutzten , wurde im Kaiserreich das Kartenlegen als gemeingefährlich eingestuft und untersagt. Große Männer wie Napoleon suchten Damen mit wahrsagenden Talenten regelmäßig aber heimlich auf.
In den Kriegwirren der beiden Weltkriege erlebte das Kartenlegen eine erneuten Auftrieb.
Aus den Zeiten des kalten Krieges nach 1945 ist bekannt, das vor allem zurückgelassene Mütter und Frauen das Orakel fragten, ob der verschollene Geliebte oder der Sohn aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt. 1946 wurde dem "Wahrsageunwesen" das gewerbliche Verbot erteilt und unter Strafe gestellt. Tatsächlich wurde in den 50iger Jahren in der DDR die bekannte Kartenlegerin Charlotte Marquardt wegen "Boykotthetze" zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie ihren Klienten die erfolgreiche Republikflucht prognostiziert hat.
Seit Beginn des 20.Jh. erlebt das Kartenlegen eine Hoch-Zeit. Große Esoterikwellen der "New Age" Bewegung brachten dem Kartenlegen große Popularität. Durch Veröffentlichungen in den Medienanstalten , Hotlines und Internetverzeichnissen haben zahlreiche esoterische Themen Einzug in den deutschen Alltag gehalten. Doch auch diese Zeit galt nicht für immer. Der Anspruch der Menschen änderte sich. Die Nachfrage sank, mit dem steigenden Anspruch der Ratsuchenden und die Spreu musste sich vom Weizen trennen.
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